Videoaufzeichnung von Einbrechern bei der Tat - Der Nutzen für den Einbruchschutz ist fragwürdig

Immer mehr Eigenheimbesitzer versuchen sich gegen Einbrecher selbst zu schützen. Dabei steigt die Nachfrage nach Videoüberwachungssystemen mit Rekorderfunktion. Doch die aufgezeichneten Videobeweise eines Einbruchs helfen den polizeilichen Ermittlern nur sehr begrenzt bei der Tätersuche. Videosysteme, die einen Einbruch schon im Vorfeld verhindern, versprechen hier den ungleich höheren Nutzen.

Die Anzahl der Wohnungseinbrüche bewegt sich in Deutschland nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau. Gleichzeitig bleibt die Aufklärungsquote mit rund fünfzehn Prozent deutlich hinter dem Sicherheitsbedürfnis vieler Bürger zurück. Wohnungseigentürmer setzen zunehmend auf eigene Sicherungsmaßnahmen. Durch nochmals erleichterte Förderbedingungen werden Investitionen in den Einbruchschutz  von der KfW-Bank verstärkt bezuschusst. Bei der Suche nach geeigneter Sicherheitstechnik setzen Eigenheimbesitzer immer häufiger auf eine Kombination von Überwachungskameras und Aufzeichnungsgeräten. Die Videoaufnahmen eines Einbruchs sollen der Polizei bei der Ermittlung der Täter wichtige Hinweise zur Ergreifung liefern. Doch leider führen solche Beweisvideos nur sehr selten zu den Einbrechern. Selbst bei hochauflösenden Videogeräten sind die Gesichter meistens nicht gut genug zu erkennen. Oftmals werden Mützen, Kapuzen oder Sonnenbrillen verwendet, um die Identität zu verbergen. Kommen Motorrad- oder Skimasken zum Einsatz, ist eine Identifizierung praktisch unmöglich. Aber selbst, wenn die Gesichter klar zu erkennen sind, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Täter längst das Weite gesucht haben, wenn die Polizei die Aufzeichnungen auswertet.   

Claus Seidel ist Key-Account-Manager bei SECPLAN Technik GmbH in Reichelsheim  und berät seit mehr als 20 Jahren Kunden im Bereich Einbruchschutz. Auch er sieht den Nutzen von Videoaufzeichnungen eher skeptisch: „ Selbst wenn die Videokameras optimal platziert wurden und die Aufnahmen erstklassig sind, verläuft die Suche nach den Tätern meistens im Sande. Denken Sie an die automatischen Aufzeichnungen um Bankautomaten zu überwachen. Dabei werden Täter gefilmt, die mit gestohlenen EC-Karten Geld abheben, oder sogar die Sprengung des Automaten vorbereiten. Obwohl die Gesichter dabei oft gut zu erkennen sind, bleibt die Fahndung häufig ergebnislos. Das ist leider bei Aufzeichnungen von Wohnungseinbrüchen nicht anders. Im Regelfall bleibt ein sehr unschönes Erinnerungsvideo an einen Einbruch. Oder anders ausgedrückt: wird der Einbrecher auf frischer Tat geschnappt, brauche ich das Beweisvideo eigentlich nicht. Kann er entkommen, hilft es mir meistens nicht. „

Trotz allem kann die Videoüberwachung einen enormen Nutzen für den Einbruchschutz bewirken, wenn das Videosystem die Einbrecher bereits im Vorfeld stoppt bevor überhaupt ein Schaden entsteht.  Eine Kombination aus Alarmtechnik, Live-Videoübertragung und Sicherheitsleitstelle erkennt die Täter bereits bevor sie in ein Gebäude eindringen können. Das geschulte Personal der Sicherheitsleitstelle leitet sofort alle notwendigen Maßnahmen wie Alarmierung der Bewohner und der Polizei, sowie direkte Ansprache von Unbefugten Personen auf dem Grundstück ein. Dazu Claus Seidel: „Wir empfehlen diese Kombination von Sicherheitsmaßnahmen, weil wir von der Wirksamkeit absolut überzeugt sind. Mir ist in meiner Praxis kein Fall bekannt, wo Einbrecher durch ein solches Sicherheitssystem erfolgreich durchgedrungen wären. Die Kosten für einen Anschluss an eine Leitstelle liegen im niedrigen zweistelligen Bereich und lohnen sich garantiert durch das wirklich hohe Schutzniveau, das damit erreicht wird.“ 

02. Mai 2017

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